Intelligente Nutzung von erneuerbarem Gas zur Erreichung der Klimaziele ermöglicht um 2050 europaweite Einsparungen von rund 140 Mrd. Euro jährlich

22 Feb 2018

Erneuerbares Gas, das in die bestehende Gasinfrastruktur eingespeist wird, kann für der Reduzierung der Netto-Treibhausgasemissionen in der EU bis 2050 auf null eine wichtige Rolle spielen, so eine heute von der Initiative „Gas for Climate“ veröffentlichte Studie. Eine solche Senkung von Treibhausgasemissionen ist für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens zwingend erforderlich, das eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2°C vorsieht, um gefährliche Klimaveränderungen zu verhindern.

Zu der Mitte 2017 gegründeten Gruppe „Gas for Climate“ gehören sieben führende europäische Gasnetzbetreiber (Enagás, Fluxys, Gasunie, GRTgaz, Open Grid Europe, Snam und TIGF) sowie zwei Biogas-Verbände (European Biogas Association und Consorzio Italiano Biogas). „Gas for Climate“ bekennt sich zum Ziel, die Netto-Treibhausgasemissionen in der EU bis 2050 auf null zu senken. Die Initiative hat das zur Navigant Consulting gehörende Beratungsunternehmen Ecofys mit der Erstellung einer Studie über die künftige Rolle des Energieträgers Gas in einer Energieversorgung mit Netto-Null-Emissionen beauftragt.

Deren Studie zeigt, dass es möglich ist, mit erneuerbarem Wasserstoff und Biomethan die Erzeugung von regenerativem Gas bis 2050 auf über 120 Mrd. Kubikmeter jährlich zu steigern. Das dabei berücksichtigte Biomethanpotenzial basiert auf einem ersten, konservativen Szenario zur nachhaltigen Nutzung des europäischen Biomassepotenzials. Die Nutzung dieses regenerativen Gases über die bestehende Gasinfrastruktur für die Beheizung von Gebäuden, zur Erzeugung von bedarfsgerecht einsetzbarem, regenerativem Strom sowie zum Betrieb von LKW und Schiffen könnte um 2050 jährlich rund 140 Mrd. Euro gegenüber einem künftigen Energiesystem ohne Gas einsparen.

Die CEOs der neun „Gas for Climate“-Mitgliedsunternehmen (Piero Gattoni, CIB, Marcelino Oreja Arburúa, Enagás, Jan Štambaský, EBA, Pascal De Buck, Fluxys, Han Fennema, Gasunie, Thierry Trouvé, GRTgaz, Dr Jörg Bergmann, Open Grid Europe, Marco Alverà, Snam und Dominique Mockly, TIGF) erklärten gemeinsam: „Wir setzen uns dafür ein, die Netto-Treibhausgasemissionen in der EU bis 2050 auf null zu senken, um so das im Pariser Abkommen formulierte Ziel zu erreichen. In die bestehende Gasinfrastruktur eingespeistes, erneuerbares Gas kann dabei eine wichtige Rolle übernehmen.“

„Wir wollen in der EU die großtechnische Erzeugung von regenerativem Wasserstoff und Biomethan, das über die vorhandene Gasinfrastruktur transportiert, gespeichert und verteilt und in intelligentem Zusammenspiel mit erneuerbarem Strom in unserem Energiesystem genutzt werden kann. Dies wird Europa dabei helfen, das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens mit möglichst kosteneffizient zu erreichen und gleichzeitig die Energiesicherheit Europas zu erhöhen.“

Die Studie (englischsprachig) finden Sie hier.