Gasunie: Gasinfrastruktur in Niedersachsen bietet optimale Chancen für erfolgreiche Umsetzung der Energiewende

23 Jun 2017

Erste Station der rund 720 Kilometer langen Sommerreise des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil war die Gasunie-Verdichterstation Embsen in Achim (Landkreis Verden). Auf der 2014 in Betrieb genommenen, modernsten Anlage dieser Art in Niedersachsen erläuterten Han Fennema, Vorstandsvorsitzender der N.V. Nederlandse Gasunie, und die Geschäftsführer von Gasunie Deutschland, Jens Schumann und Paul van der Laan, welches Potenzial die Gasinfrastruktur in Zukunft bei der erfolgreichen Umsetzung der Energiewende hat.

Han Fennema begrüßt den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil Han Fennema begrüßt den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil

Neben den Biogas-und Power-to-Gas-Projekten auf deutscher Seite stellte Fennema das Projekt HyStock vor. Am Gasunie-Speicher Zuidwending in der Provinz Groningen entsteht die erste Power-to-Gas-Anlage in den Niederlanden. Der hier aus rund 5.000 Solarpanels erzeugte Strom wird durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt, der in den Salzkavernen gespeichert und bei Bedarf in das grenzüberschreitende rund 15.500 Kilometer lange Gasunie-Netz eingespeist werden kann. Damit öffnet Gasunie die Tür zur Wasserstoffzukunft.

“Niedersachsen ist Energieland Nr.1” unterstrich Ministerpräsident Stephan Weil: “Wenn es uns gelingt, Windenergie noch effektiver zu nutzen und zu speichern, kommen wir einen großen Schritt weiter, um eine verlässliche Energieversorgung auf Basis erneuerbaren Energien sicherzustellen. Daher wollen wir die Sektorenkopplung voranbringen und die Rahmenbedingungen für Power-to-Gas gezielt verbessern.”

„Niedersachsen verfügt mit der hier vorhandenen Gasinfrastruktur über beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Als größter nordwest-europäischer Fernleitungsnetzbetreiber wollen wir den Beweis antreten, dass die      Integration grüner Gase wie Biogas oder Wasserstoff im industriellen Maßstab gelingen kann und freuen uns auf den intensiven Austausch mit der niedersächsischen Landesregierung“, so Fennema.

Die diesjährige Sommerreise des niedersächsischen Ministerpräsidenten steht unter dem Motto “Niedersachsen – voller Energie“. Gemeinsam mit den ihn begleitenden Journalisten will er dabei verorten, wo derzeit in Niedersachsen im Energiebereich die Weichen in Richtung Zukunft gestellt werden. Gerade die Erneuerbaren Energien, insbesondere die Windenergie im Onshore- und Offshore Bereich, spielen eine wichtige Rolle für das Bundesland. Niedersachsen, das sowohl bei Bestand als auch Zubau von Windenergie an der Spitze aller Bundesländer steht, sieht sich vor der Herausforderung, die Integration der Erneuerbaren technisch wie wirtschaftlich zu bewältigen. Ein großer Teil des hier produzierten Windstroms kann derzeit nicht in Richtung der Verbrauchsschwerpunkte in Süddeutschland abtransportiert werden, da der Stromnetzausbau stockt und Energiespeicher fehlen. Als gigantischer Energiespeicher steht hier die Gasinfrastruktur mit dem Zusammenspiel von Fernleitungsnetzen, regionalen und lokalen Gasverteilnetzen, Gasspeichern bereits heute zur Verfügung; sie muss nur noch intelligent über Power-to-Gas mit dem Stromsystem gekoppelt werden.