Erdgastransportleitung von Brunsbüttel nach Hetlingen - Raumordnungsverfahren abgeschlossen

14 Nov 2019

Mit der jetzt veröffentlichten Raumordnerischen Beurteilung hat das zuständige Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein das Raumordnungsverfahren zum Bau einer neuen Erdgastransportleitung abgeschlossen.

Diese stellt die Verbindung zwischen dem geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel und dem bestehenden Erdgastransportnetz von Gasunie dar. Damit ist die Entscheidung zugunsten eines Vorzugskorridors gefallen, mit dem Gasunie als Vorhabensträger jetzt in das Planfeststellungsverfahren als nächste genehmigungsrechtliche Phase startet. Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens hatte die für die Landesplanung verantwortliche Behörde mehrere Trassenvarianten und mögliche Alternativen intensiv geprüft. Im Mittelpunkt dabei standen neben den vorhandenen Raumwiderständen insbesondere die unterschiedlichen Auswirkungen der Trassenverläufe auf die Umwelt. Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens hatten die Träger öffentlicher Belange ebenso wie Bürgerinnen und Bürger von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Stellungnahmen zu den einzelnen vorgeschlagenen Trassenvarianten abzugeben.

Mit insgesamt sechs öffentlichen Informationsveranstaltungen im Juni und August begleitete Gasunie die Phase des Raumordnungsverfahrens. Mehrere hundert Teilnehmer, darunter Landwirte, Politiker, Gemeindevertreter und allgemein Interessierte,  nutzten die Gelegenheit, mit den Experten von Gasunie ins Gespräch zu kommen. „Die hier geführten Diskussionen waren für uns sehr wichtig, weil wir dadurch wertvolle Hinweise für die Planung entgegen nehmen konnten, die – wo möglich – in den weiteren Genehmigungsprozess aufgenommen werden“, so das Resümee von Gasunie-Projektleiter Dr. Arndt Heilmann.

Bereits Anfang Oktober sind im Verlauf des jetzt ausgewiesenen Vorzugskorridors umfangreiche Baugrunduntersuchungen gestartet. Untersucht werden Aufbau und Tragfähigkeit der Böden sowie aktuelle Grundwasserstände. Die Arbeiten vor Ort nehmen in den meisten Fällen nicht mehr als einen halben Tag in Anspruch und sollen im Frühjahr 2020 zum Abschluss gebracht werden. Die Untersuchung konzentriert sich dabei auf bis zu 650 Sondierungspunkte im Verlauf des etwa 65 Kilometer langen Vorzugskorridors zwischen Brunsbüttel und Hetlingen. Bei den Untersuchungen kommen verschiedene Geräte zum Einsatz, die in der Regel bis zu einer Tiefe zwischen vier und acht Metern, in Einzelfällen sogar bis zu einer Tiefe von 50 Metern den Untergrund erkunden.

„Die Ergebnisse der Untersuchungen fließen in das Genehmigungsverfahren ein. So stellen wir sicher, dass der von uns ins Auge gefasste Trassenverlauf auch in puncto Bodenbeschaffenheit realisierbar ist“, so Projektleiter Heilmann. „Alle Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten haben uns vor Beginn der Arbeiten die Erlaubnis zur Betretung ihrer Flächen erteilt. Unser Ziel ist es, die Beeinflussung des Umfeldes durch die Arbeiten möglichst gering zu halten“.

Die Landesplanerische Feststellung finden Sie auf dem Portal der Landesplanung Schleswig-Holstein (Raumordnerische Beurteilung).