Zukunftsprojekte

Wir geben Gas bei der Umstellung auf eine CO2-neutrale Energieversorgung. Denn das Thema Dekarbonisierung der Energiewirtschaft wird vor dem Hintergrund des Pariser Klimagipfels immer drängender. Dies ist ein wichtiger Teil unserer Strategie. Wenn es um Themen wie "Systemintegration und Flexibilität", "erneuerbare Gase", "Transport und Speicherung von CO2" sowie "Gas für Mobilität und Transport" geht, sind wir aufgrund unserer Kenntnisse, Erfahrungen und Anlagen gut aufgestellt. 2014 haben wir Gasunie New Energy gegründet, eine Business Unit, die sich ausschließlich mit innovativen, nachhaltigen Energielösungen beschäftigt.

Am Gasunie-Standort Zuidwending ensteht das erste Wasserstoff-Projekt von Gasunie Am Gasunie-Standort Zuidwending ensteht das erste Wasserstoff-Projekt von Gasunie

Die Wasserstoffzukunft beginnt schon heute – bei Gasunie

Im April 2017 ist der Startschuss für ein wichtiges Energieprojekt der Zukunft gefallen. HyStock, ein Projekt von Gasunie, tritt an, die Leistungsfähigkeit der Gasinfrastruktur nachhaltig unter Beweis zu stellen. Grüner Strom wird hier in grünen Wasserstoff verwandelt. Dafür errichten wir die erste Power-to-Gas-Anlage der Niederlande – mit einer Leistung von mehr als einem Megawatt. Standort ist der Gasunie-Untergrundspeicher Zuidwending in der Provinz Groningen, rund 25 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Ein Standort, bei dem alles passt

Der Standort Zuidwending in der Provinz Groningen, mit direkter Anbindung an unseren Gasspeicher, ist ideal, weil in den rund 1.000 Meter unter der Erde liegenden Salzkavernen ausreichend Kapazitäten zur Speicherung von Wasserstoff vorhanden sind. Zugleich ist Zuidwending hervorragend in die bestehende Gasinfrastruktur eingebunden.  Der grüne Strom wird durch rund 5.000 Solarpanels, die auf dem Betriebsgelände errichtet werden, erzeugt.

Damit geht das Pilotprojekt HyStock, für das die finale Investitionsentscheidung im Sommer 2017 gefallen ist, einen entscheidenden Schritt in Richtung großtechnische Power-to-Gas Technologie. Es öffnet die Tür in Richtung Wasserstoff-Drehscheibe für Nordwest-Europa. Große Mengen grüner Strom – Windenergie aus Deutschland und Dänemark, Sonnenstrom aus den Niederlanden – können hier in Zukunft zu Wasserstoff umgewandelt, gespeichert und dann, wenn die Energie benötigt wird – in das Erdgastransportnetz eingespeist. Der Wasserstoff kann aber auch gleich sofort für industrielle Zwecke oder zum Einsatz im Transport- und Mobilitätsbereich verwendet werden. Auch die Erzeugung künstlichen Methans – indem dem Wasserstoff zusätzlich CO2 beigefügt wird - ist eine Option.

Wasserstoff als Lösung für die Energiewende

Auch in  den nächsten Jahren wird die Erzeugung, insbesondere von Windstrom deutlich zunehmen und konventionelle Energieträger aus dem Markt drängen. Da Wind- und Sonnenenergie bei der Produktion allerdings großen Schwankungen unterliegen, stehen Erzeugung und Verbrauch nicht im Einklang. Diese Fluktuation lässt sich mit der Power-to-Gas-Technik wirtschaftlich sinnvoll lösen.

Auch Biogas ist ein Beitrag zur grünen Gasinfrastruktur

Der Netzwerkgedanke spielt nicht nur beim Wasserstoff oder künstlichen Methan, sondern auch beim Biogas eine Rolle. Im niederländischen Twente hat Gasunie jetzt mit Partnern einen Green-Gas-Hub gegründet.  Die Idee ist, mehrere Biogasproduzenten über eine Ringleitung zusammenzuschließen und so eine gemeinsame Nutzung einer zentralen Anlage in Almelo, wo das Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet wird, zu ermöglichen. In den Niederlanden sollen mehrere solcher Green-Gas-Knotenpunkte entstehen und einen Teil der klassischen Erdgasversorgung ersetzen.