Neues Krisenportal Gas vorgestellt

15 Nov 2018

Zum 1. April 2019 geht das neue Krisenportal Gas an den Start, ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer deutscher Fernleitungsnetzbetreiber, an dem auch Gasunie Deutschland beteiligt ist. Zukünftige Anwender konnten bereits jetzt einen ersten Blick auf das zukünftige System werfen. Auf einer Infoveranstaltung stellten Gasunie und externe Referenten das Portal vor – die Rückmeldungen waren positiv.

Rund 50 Teilnehmer von regionalen und kommunalen Gasnetzbetreibern, Speicherbetreibern, Erdgas- und Biogasproduzenten, dem Marktgebietsverantwortlichen GASPOOL, der europäischen Vereinigung der Ferngasnetzbetreiber EntsoG, direkt angeschlossenen Industriekunden  sowie Beamten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, dem niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe begrüßte Operations Manager Michael Kleemiß zum Workshop.

Gemeinschaftsprojekt

Das Krisenportal Gas ist ein Gemeinschaftsprojekt von sieben FNB, neben GUD sind  Gascade, GTG Nord, nowega, Ontras, terranets bw und Thyssengas daran beteiligt. Geomagic ist als IT-Dienstleister für Implementierung und Betrieb des Systems verantwortlich, die Unternehmensberatung Paatz, Scholz & van der Laan unterstützte bei der Entwicklung des Projektes. 

Der deutsche Erdgasmarkt ist durch ein im internationalen Vergleich außerordentlich hohes Niveau der Gasversorgungssicherheit gekennzeichnet. Trotzdem stehen spätestens seit der Gasmangelsituation im Februar 2012 Überlegungen zum Thema Versorgungssicherheit im liberalisierten Gasmarkt mit seinen unterschiedlichen Marktrollen im Fokus der nationalen und europäischen Politik. Als ein Ergebnis entwickelte der BdEW einen Leitfaden zur Krisenvorsorge, dessen Regelungen Bestandteil der laufend aktualisierten Kooperationsvereinbarung geworden sind.

Ziel war es, über klar definierte Kommunikationswege zwischen den beteiligten Marktpartnern, die im Ergebnis zu mehr Transparenz führen, die Krisenbewältigung nachhaltig zu verbessern. Der Leitfaden enthält Prozesse, Kommunikationswege und Informationspflichten für Netzbetreiber auf verschiedenen Ebenen, die im Krisenfall zum Tragen kommen. Ziel ist eine abgestimmte Umsetzung der im Energiewirtschaftsgesetz vorgesehenen Maßnahmen. Dazu gehören Informationen über drohende oder bereits eingetretene Störungen im Netz ebenso wie die Rückmeldung, welche Abschalt- und Einspeisepotentiale bestehen.

Bis zum Go-live des Krisenportals am 1. April 2019 stehen jetzt noch Schulung für die Nutzer und Administratoren von Seiten der FNB sowie der externen Nutzer an.

Mit dem neu entwickelten „Krisenportal Gas“, das die bisherigen hauseigenen Lösungen ablöst, lassen sich die Anforderungen des Leitfadens in einer innovativen, FNB-übergreifenden Portallösung managen. Vorteil ist, dass damit die bisherigen fehleranfälligen Excel-basierten Kommunikationstools der Vergangenheit angehören. Neben der automatisierten Aktualisierung von Stammdaten bietet das Portal revisionssichere Protokollierung und Archivierung aller Aktivitäten. Jörg Kreher, Project Manager Emergency Management, der die Einführung von unserer Seite verantwortet, ist sich sicher: „Das Krisenportal ist ein wichtiger Schritt, Situationen wie einer Gasmangellage in Zukunft professionell zu begegnen“.

Die Präsentationen vom Workshop