Reduzierung von Emissionen im Energietransport

Umrüstung einer Brennkammer auf neue Niedrigemissionstechnologie bei Gasunie

Gasturbinen sind ein wichtiges Element für den Transport von Erdgas. Sie treiben die Verdichter an, welche den erforderlichen Druck für den Transport des Erdgases von der Produktion bis zum Verbraucher erzeugen. Ohne diese Anlagen und damit ohne diese Turbinen würde das Erdgas in den Pipelines nicht beim Verbraucher ankommen. Gasunie Deutschland betreibt allein auf der für die Erdgasversorgung Norddeutschlands sehr wichtigen Verdichterstation Achim im Landkreis Verden derzeit vier Gasturbinen mit einer Gesamtleistung von ca. 92 MW Feuerungswärmeleistung. Dies entspricht etwa 125.000 PS.

Im Rahmen des Betriebs dieser Gasturbinenanlagen werden durch den Verbrennungsprozess Stickstoffoxidemissionen verursacht. Für diese Emissionen gelten gesetzliche Grenzwerte, die in der 13. Bundes-Immissionsschutzverordnung festgelegt sind. Um diese Vorgaben zu erfüllen, und auch um weiterhin eine nachhaltige und sichere Erdgasversorgung zu gewährleisten, hat Gasunie im Jahr 2013 gemeinsam mit dem Gasturbinenhersteller MAN Diesel & Turbo SE ein Pilotprojekt zur Reduktion der Stickstoffoxidemissionen gestartet. Dabei sollte weltweit zum ersten Mal die von MAN Diesel & Turbo SE entwickelte Niedrigemissionstechnologie namens ACC (Advanced Can Combustor) für eine Gasturbine dieser Größenordnung eingesetzt werden.

Der Umbau der ersten Brennkammer erfolgte von Mai bis August 2014, gefolgt von einem Langzeittestlauf und externen gutachterlichen Abnahmen. Besonders anspruchsvoll und herausfordernd war dabei die Implementierung der neuen Technik in die bestehende Anlage. Doch das Ergebnis rechtfertigte das Eingehen der Risiken, die mit solchen Innovationen verbunden sind. Im Rahmen der gutachterlichen Abnahmen konnte gezeigt werden, dass die emittierten Stickstoffoxid- sowie Kohlenstoffmonoxidemissionen nach dem Umbau noch weit unter den durch die behördlichen Vorgaben definierten Anforderungen liegen. So konnten die Stickstoffoxidemissionen gemäß TÜV-Messung bei den üblichen Betriebsverhältnissen, der Gasturbine auf rund die Hälfte des bestehenden Grenzwertes reduziert werden. Die Kohlenstoffmonoxidemissionen, die ebenfalls im Rahmen der Verbrennung entstehen, liegen sogar nur bei rund einem Fünftel des bestehenden Grenzwertes.

Darüber hinaus fallen durch diesen Innovationsschritt im Vergleich zum Austausch oder dem Neubau der gesamten Gasturbinenanlage zudem deutlich geringere Kosten an. So trägt die erfolgreiche Umsetzung des Pilotprojektes auch dazu bei, Kostensteigerungen im Erdgastransport zu vermeiden.

Überzeugt von den positiven Ergebnissen hat Gasunie in diesem Jahr daher eine weitere Gasturbinenanlage in Achim auf die durch MAN Diesel & Turbo SE entwickelte Niedrigemissionstechnologie umgerüstet.