Marktraumumstellung

Marktraumumstellung

Deutschlands Erdgaslandschaft steht vor einer großen Herausforderung: Bis 2030 muss der deutsche Markt, der heute noch zu mehr als einem Viertel mit L-Gas versorgt wird, komplett auf H-Gas umgestellt sein. L-Gas, also Erdgas mit niedrigem Brennwert, wird durch H-Gas, das einen höheren Brennwert aufweist, ersetzt. Da die ersten Umstellungen im Netzbereich von Gasunie stattfinden, hat das Unternehmen die Planung und Koordination der Maßnahmen initiiert und sich von Anfang an bei diesem Thema engagiert.


Die Marktraumumstellung ist das größte Projekt im Bereich der Gasversorgung der kommenden Jahrzehnte. Auf insgesamt 1,7 Milliarden Euro werden sich die Kosten belaufen, so die heutigen Schätzungen. Unmittelbare Auswirkungen hat die Umstellung auch auf die Verbraucher. So müssen in Haushalten und Betrieben die vorhandenen Brenner angepasst, in einigen Fällen sogar ausgetauscht werden.

Aus Gründen der Versorgungssicherheit hat sich Gasunie das Ziel gesetzt, die bislang mit L-Gas belieferten Gebiete in ihrem Netz bis zum Jahr 2030 auf H-Gas umzustellen. Hierfür muss die Erdgasinfrastruktur angepasst werden. Beim Thema Marktraumumstellung ist Gasunie ganz vorne dabei. Denn es sind im Wesentlichen die niederländischen und deutschen Erdgasquellen, aus denen bislang noch Erdgas mit einem niedrigen Brennwert strömt. Damit liegt der Schwerpunkt der Marktraumumstellung im Norden und Westen Deutschlands.

L-Gas-Produktion ist rückläufig

Schon seit Jahren ist die Produktion von Erdgas in Deutschland rückläufig. Die jährlich veröffentlichten Reservenberichte des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie sprechen hier eine deutliche Sprache: Wurden im Jahr 2000 noch rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas in Deutschland gefördert, waren es 2014 kaum mehr zehn Milliarden. Die Fördermenge ist auf weniger als die Hälfte zusammengeschrumpft. Aber auch in den Niederlanden, dem zweiten großen L-Gas-Förderland, geht die Produktion und in Folge die L-Gas Exportleistung drastisch zurück. Nach gegenwärtigen Planungen ist davon auszugehen, dass aktuell ab dem Jahr 2029 kein L-Gas aus den Niederlanden mehr für den deutschen Markt zur Verfügung stehen wird.

Aufgrund dieses Rückgangs der deutschen und niederländischen Produktionsleistung zeigt die L-Gas Leistungsbilanz bereits in den kommenden Jahren planerisch eine Unterdeckung; mittelfristig kann von keiner verlässlichen Kapazitätsversorgung mit L- Gas mehr ausgegangen werden. Um diesem Defizit zu begegnen, verfolgt Gasunie Deutschland die zeitnahe Marktraumumstellung von L- auf H-Gas, um die Versorgungssicherheit mit Erdgas mittel- und langfristig zur wahren.

Die erste Umstellung von L- auf H-Gas im Netz von Gasunie Deutschland findet bereits im Jahre 2015 im Netzgebiet der Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen statt, an die sich im Jahre 2016 Umstellungsmaßnahmen im Raum Walsrode und Fallingbostel anschließen werden. Der Abschluss der Umstellung des gesamten L-Gas Netzes von Gasunie Deutschland ist aktuell für das Jahr 2029 geplant.

L- und H-Gas

Erdgas ist nicht gleich Erdgas. Der Brennwert macht den Unterschied. So lässt sich der fossile Energieträger bei seiner Zusammensetzung in L-Gas (low calorific gas) und H-Gas (high calorific gas) unterscheiden. Beide Gasqualitäten werden durch den Wobbe-Index klassisifiziert, der den Energiegehalt von Gasen definiert.
 

Ihr Ansprechpartner für das Projekt Marktraumumstellung

Sie haben Fragen zur Marktraumumstellung und wollen mehr Details über das Engagement von Gasunie in diesem wichtigen Thema kennenlernen?

Wir helfen Ihnen gern.

Malte Grunwald
Telefon: ++49 511 640 607 2349