Zweivertragsmodell

Zweivertragsmodell

Zur Umsetzung der Vorgaben des §20 (1b) EnWG arbeiten die deutschen Netzbetreiber beim Netzzugang nach den in der aktuellen Version der Kooperationsvereinbarung einschließlich der zugehörigen Anlagen und den zugehörigen Leitfäden festgelegten Regeln zusammen.

Im Rahmen des Zweivertragsmodells bieten sie Transportkunden Ein- und/oder Ausspeisekapazitäten auf Basis der Anlage 1 der KoV innerhalb der Marktgebiete an. Die Anlage 1 bildet den deutschlandweit einheitlichen Kapazitätsvertrag und ermöglicht den Netzzugang ohne Festlegung eines transaktionsabhängigen Transportpfades. Darüber hinaus sind Ein- und Ausspeisekapazitäten unabhängig voneinander nutz- und handelbar.

Zur Abwicklung des Zugangs zum Marktgebiet im Rahmen des Zweivertragsmodells ist ein Vertrag mit dem Netzbetreiber, in dessen Netz eine Einspeisung von Gas erfolgen soll, über Einspeisekapazitäten erforderlich (Einspeisevertrag). Ferner muss ein Vertrag mit dem Netzbetreiber, aus dessen Netz die Entnahme von Gas erfolgen soll, über Ausspeisekapazitäten abgeschlossen werden (Ausspeisevertrag).

Die Vertragspartner der KoV ermöglichen den netzübergreifenden Transport durch interne Bestellungen der hierzu benötigten Kapazitäten bei dem jeweils im Marktgebiet vorgelagerten Netzbetreiber.

Um Gasmengen in das Marktgebiet ein- bzw. aus dem Marktgebiet ausspeisen zu können, müssen die gebuchten Ein- bzw. Ausspeisekapazitäten in einen Bilanzkreisvertrag beim Fernleitungsnetzbetreiber eingebracht werden. Die Ein- und Ausspeisekapazitäten innerhalb eines Marktgebietes können dazu frei unabhängig vom jeweiligen Fernleitungsnetzbetreiber miteinander kombiniert werden. Der Bilanzkreisvertrag dient der Festlegung der stündlich und kumulativ zu saldierenden Gasmengen des jeweiligen Bilanzkreisverantwortlichen im Marktgebiet. Die Saldierung wird vom Marktgebietsverantwortlichen des Marktgebietes durchgeführt.
 

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