Status Quo

Erdgas spielt seit Jahrzehnten eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung Deutschlands. Grundlage dafür ist eine bedarfsgerecht ausgebaute Transportinfrastruktur, die maßgeblich zur Versorgungssicherheit beiträgt. In der Energiewende nimmt Erdgas eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Energieversorgung ein.

Eng vernetzte Infrastruktur

Erdgas ist als natürliche Ressource meist nicht dort verfügbar, wo es am stärksten nachgefragt wird. Deshalb muss es mit dem geeigneten Transportmittel von den nationalen und internationalen Förderstätten zu den regionalen Verbrauchszentren bewegt werden. Hier haben sich Pipelines als optimal erwiesen. Für den überregionalen und grenzüberschreitenden Gastransport betreiben die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber ein insgesamt rund 40.000 Kilometer langes Fernleitungsnetz. Es schafft die Verbindung zu angeschlossenen Transportnetzwerken, industriellen Großabnehmern, Gaskraftwerken und unterirdischen Speichern. Die Fernleitungsnetze bilden das Rückgrat des deutschen Gastransportsystems. Hinzu kommen die regionalen und lokalen Verteilnetz für Erdgas mit einer Länge von mehr als 470.000 Kilometern. Das gesamte deutsche Erdgasnetz ist über 530.000 km lang.

Durch Fernleitungen mit Durchmessern bis zu 140 cm werden große Gasmengen transportiert. Mit hohem Druck bis zu 220 bar gelangt Erdgas über weite Strecken aus Russland, Norwegen und den Niederlanden nach Deutschland. Hinzu kommt der Transit von Erdgas durch Deutschland in angrenzende EU-Staaten. Verdichterstationen in Abständen zwischen 100 und 200 Kilometern sorgen dafür, dass der Druck über diese weiten Entfernungen stabil bleibt. Die nachgelagerten Netze der fast 700 Verteilnetzbetreiber stellen die Gasversorgung der Endverbraucher in Haushalten und Gewerbe sicher.

Hochflexible Gaskraftwerke - vor allem in der Kombination von Elektrizität und Wärme - können in der Zukunft bei der Stromerzeugung eine noch wichtigere Rolle spielen als dies heute bereits der Fall ist.  Mit ihren vergleichsweise niedrigen Investitionskosten tragen sie als Partner der Erneuerbaren Energien wesentlich zu deren Integration in das System bei. Mit bis zu 58 Prozent weniger Emissionen weisen erdgasbefeuerte Kraftwerke unter den fossilen Kraftwerken die beste CO2-Bilanz auf.