Gasmarkt benötigt dringend mehr Transportkapazität
Die Beseitigung von Engpässen und Schaffung neuer Transportwege kommt allen Endkunden zugute Gasunie erlebt derzeit eine „überwältigende“ Nachfrage von mehr als 60 Marktteilnehmern nach dem Ausbau von Transportkapazitäten in ihrem überregionalen Fernleitungsnetz – insbesondere in Deutschland. Um Endkunden kontinuierlich mit Gas versorgen zu können und möglichen Steigerungen des Gaspreises wegen knapper Transportkapazitäten zuvorzukommen, sind diese Marktteilnehmer auf ein gut funktionierendes überregionales Fernleitungsnetz mit ausreichenden Tansportkapazitäten angewiesen. Mehr als 40 der Marktteilnehmer haben ihr Interesse an zusätzlichen Transportkapazitäten im Fernleitungsnetz der Gasunie Deutschland angemeldet und somit den Bedarf für einen umfangreichen Netzausbau einschließlich der Schaffung zusätzlicher grenzüberschreitender Transportkapazitäten eindrucksvoll bestätigt. Dies ist das wichtigste Ergebnis der zweiten Phase des ersten Integrated Open Season (IOS)-Verfahrens, das die beiden Fernleitungsgesellschaften der Gasunie in Norddeutschland (Gasunie Deutschland) und den Niederlanden (Gas Transport Services) derzeit durchführen, um das Marktinteresse an zusätzlichen Transportkapazitäten zu konsolidieren. Starke Nachfrage In Nord-West Europa nimmt die einheimische Erdgasproduktion ab, während die Nachfrage nach diesem saubersten fossilen Energieträger weiter steigt. Dies führt zu einem wachsenden Bedarf an zusätzlichen überregionalen Transportkapazitäten, um die Einfuhr aus den großen Gasförderländern, beispielsweise aus Norwegen und Russland, sicherzustellen oder die Anlandung von Flüssiggas aus Aufkommensquellen außerhalb Europas zu ermöglichen. Darüber hinaus ist die Einbindung neuer Gasspeicher sicherzustellen, um die neuen Lieferflüsse den Anforderungen des Marktes anzupassen. Für die Marktteilnehmer sind ein praktizierter diskriminierungsfreier Netzzugang sowie ausreichende Transportkapazitäten durch Erweiterung des überregionalen Fernleitungssystems in Norddeutschland entscheidend. Die zeitliche Abstimmung der Vermarktung der neuen Transportkapazitäten im Rahmen der IOS mit Betreibern von Gasspeichern und anderen internationalen Fernleitungsgesellschaften (wie beispielsweise der dänischen Energinet.dk) fördert die effiziente Befriedigung des Marktbedarfes. Trotzdem zeigt sich nahezu eine Verdopplung der Nachfrage nach zusätzlichen Transportkapazitäten im Vergleich zu den derzeitigen Transportkapazitäten im Fernleitungsnetz von Gasunie Deutschland. Auch nach Abschluss der zweiten Phase der Open Season ist der Bedarf ähnlich hoch wie nach dem Markt-Screening vom Herbst 2008. Als vollständig entflochtenes europäisches Infrastrukturunternehmen orientiert Gasunie ihr Handeln an den Bedürfnissen des Marktes. Ein gut funktionierendes und unabhängiges Fernleitungsnetz mit ausreichenden Transportkapazitäten auch für neue Anbieter verbessert die Funktion des Marktes und steigert die Liquidität von Erdgas auf den Märkten. Beides sind Voraussetzungen für mehr Wettbewerb und infolgedessen auch niedrigere Gaspreise. Neue Investitionen In den Niederlanden hat Gasunie vor kurzem ein großes Infrastrukturprogramm zum Netzausbau im Umfang von mehr als 1,5 Mrd. € gestartet, das auf einem vorhergehenden Open-Season Verfahren basierte. Die neuen Projekte in den Niederlanden schaffen mehr als 15.000 zusätzliche Arbeitsplätze. „Berücksichtigt man die aktuellen Marktentwicklungen in Deutschland, dann könnte dies ebenfalls zu Investitionen in unser deutsches Netz in einer Größenordnung von ein bis zwei Milliarden € führen. Deutschland ist ein Zentrum der europäischen Wirtschaft und damit Kern des europäischen Energiemarktes. Der Mangel an ausreichenden freien Transportkapazitäten, wie wir ihn derzeit beobachten, führt sicher zu guter Letzt auch zu höheren Energiepreisen. Da wir das einzige nicht-integrierte Unternehmen ohne Interesse an Handel und Produktion sind, benötigen wir einen angemessen definierten und zuverlässigen Regulierungsrahmen, der das einwandfreie Funktionieren unseres bestehenden Transportsystems gewährleistet und Investitionen in Netzerweiterungen unterstützt. Insbesondere in Deutschland befindet sich das Regulierungssystem für Gasunie Deutschland im Wandel und wir werden die Entwicklungen und Konsequenzen für unser Unternehmen sehr genau prüfen, bevor wir eine abschließende Investitionsentscheidung treffen“, führt Marcel Kramer, Vorstandsvorsitzender der Gasunie, aus. Vollständig entflochtenes Gastransportunternehmen Es ist das erste Mal in Europa, dass ein grenzüberschreitender Ansatz zum Netzausbau von einem vollständig entflochtenen Transportnetzbetreiber wie Gasunie realisiert wird. Dieser integrierte Ansatz wird die Kapazitätsentwicklung auf beiden Seiten der Grenze mit anderen internationalen Pipelinenetzen synchronisieren und neue Geschäftsmöglichkeiten im Bereich der Gasspeicherung eröffnen. Mit der IOS trägt Gasunie der grenzüberschreitenden Natur der heutigen Erdgasmärkte Rechnung.
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